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HALLUX RIGIDUS VERSTEHEN

Hallux rigidus - die steife Großzehe

von UXGO
18. Juli 2019, 13:32 Uhr

Hallux (lat. Großzehe) rigidus (lat. steif, starr) ist eine der häufigsten Erkrankungen der Großzehe. Konkret betroffen davon ist das Großzehengrundgelenk. Versteifung und Unbeweglichkeit in der Großzehe sind die Folgen der vorliegenden Arthrose. Wie jede andere Arthrose ist sie eine Alterserscheinung, die schlicht durch Abnutzung und Verschleiß auftritt. Betroffen sind hauptsächlich Menschen über 50.

Es schmerzt, es drückt, es pocht und unschöne Knochenbeulen treten am Großzehengrundgelenk auf, dann deutet alles auf Hallux rigidus hin. Nur den Fuß hochlegen und warten, hilft leider nicht. Was genau Hallux rigidus ist, was die Ursachen sind und wie man sich, auch ohne Op, Abhilfe verschaffen kann, findet ihr in folgendem Text.


Was ist Hallux rigidus

 

Auch bekannt als Steifzehe, ist der Hallux rigidus, nach oben und unten hin unbeweglich. Das kann nicht nur schmerzhaft sein, sondern schränkt die Beweglichkeit, und damit das Gehen, maßgeblich ein, denn das Abrollen über die Großzehe ist blockiert.
High Heels, zu enges Schuhwerk oder frühere Unfälle führen häufig zur Fehlbelastung des Fußes, wodurch die Gelenke der Großzehe, aber auch des Mittelfußknochens, falsch oder zu extrem belastet werden. Nicht immer ist dieses Problem zwangsläufig selbstverschuldet. Hallux rigidus kann genetisch vererbt werden. Daher schadet es nicht, sich vorab kundig zu machen, ob eine familiäre Veranlagung vorliegt.

Was passiert genau mit dem Großzehengrundgelenk?

Je älter wir werden, desto größer ist der Verschleiß des Körpers. Die Folge davon ist Arthrose, also die Abnutzung des Knorpels, der damit seine Pufferfunktion verliert. Das wiederum führt zu einer starken Reibung der Knochen am Gelenk. Zum Schutz bilden sich Knochenauswüchse für den verschlissenen Knorpel. Meist tritt dabei eine Beule am Knochen auf, die wie ein Stopper für den unteren Knochen wirkt und damit die Versteifung herbeiführt, da die Großzehe keinen Bewegungsspielraum mehr hat. Der Druck der Schuhe auf die Knochenbeule führt zur Rötung und schmerzt. Je nach Stadium kann das Großzehengrundgelenk fast schon zerstört sein und kann nur noch durch eine Hallux-Op gerettet werden.

"Der Hallux Rigidus gehört zu den häufigeren Erkrankungen des Fußes. Risikofaktoren sind frühere Verletzungen des Gelenkes. Sehr viele Patienten haben eine genetische Veranlagung. Das sind vor allem diejenigen, die es beidseitig entwickeln. Aber es gibt auch einige Stoffwechselerkrankungen, zum Beispiel Gicht, die das Großzehengrundgelenk zerstören oder auch Rheuma."“ 

Prof. Dr. Markus Walther, Ärztlicher Direktor und Chefarzt, Schön Klinik München Harlaching


Hallux rigidus Ursachen und Risikofaktoren

 

Das Großzehengrundgelenk muss bereits in gesundem Zustand einer sehr hohen Belastung Stand halten, da beim Gehen über den großen Zehen abgerollt wird. Treten dabei gewisse negative Faktoren auf, bzw. wird das Gelenk dauerhaft überproportional belastet, kommt es zur Schädigung des Gelenks und einer Verengung des Gelenkspalts.

Das wiederum löst Entzündungen und final die Arthrose am Großzehengrundgelenk aus. Daraus resultierend entsteht die Versteifung des Gelenks, welche zwar nicht mehr schmerzhaft ist, aber zu erheblichen Schwierigkeiten beim Gehen führt. Eine gänzliche Versteifung des Gelenks nennt man daher auch Hallux limitus (lat. begrenzt). Der Gelenkspalt ist komplett geschlossen und das Großzehengrundgelenk damit vollständig unbeweglich.

Konkrete Ursachen für den Hallux rigidus sind bis heute nicht vollständig geklärt. Folgende Ursachen und Risikofaktoren sind bekannt:

  • zu enge oder zu kleine Schuhe
  • starkes Übergewicht
  • genetische Faktoren
  • Fehlstellung des Füße
  • Wachstumsanomalien
  • Verletzungen

Treten einer oder mehrere dieser Faktoren über einen längeren Zeitraum ein, kann dies zu einem Hallux rigidus führen.

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Symptome

 

Hallux rigidus entsteht im Prozess, der über lange Jahre voranschreiten kann, bis eine vollständige Versteifung des Großzehengrundgelenks vorliegt. Ist das Gelenk allerdings erstmal versteift, können bereits entstandene Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden. Es gibt dennoch verschiedene Behandlungsmethoden, die den Prozess der Versteifung verlangsamen, oder sogar vorübergehend stoppen können.

  • Eine vorangeschrittene Arthrose an der Großzehe erkennst Du an folgenden Symptomen:
  • Schwellung an der Großzehe
  • Schmerzen
  • Reibegeräusche beim Bewegen
  • Schwielen
  • Zucken des Fußmuskels


"Die Schwellung ist immer stärker geworden. Wenn ich mal ausgehe, tanze, dann ist der Fuß hinterher drei Tage angeschwollen. Ich muss ihn kühlen, liege im Bett und der Fuß pocht."
Sophia Schönborn, Patientin


Diagnose und Therapie

 

Wenn Sie von regelmäßigen Schmerzen geplagt sind oder erste Anzeichen erkennen, die auf eine Entstehung von Hallux rigidus hinweisen, ist es wichtig rechtzeitig zu reagieren, um die richtigen Schritte einzuleiten. Achten Sie daher bewusst auf die oben aufgezählten Symptome und zögern Sie den Arztbesuch nicht zu lange hinaus.

Ihr Arzt wird anhand der Symptome eine Diagnose erstellen und durch eine Erstanamnese die Risikofaktoren ausfindig machen, um die beste Therapieform zu gewährleisten und die Arthrose des Großzehengrundgelenks aufzuhalten und richtig zu behandeln.

Selbstprofilaxe: Achten Sie immer auf das passende Schuhwerk. Ihr Schuh sollte immer die richtige Passform haben, sowohl in der Breite, als auch in der Größe. So beugen Sie dem Hallux rigidus vor und vermeiden schmerzende Füße.

 

Behandlungsmethoden

 

Eine Behandlung der Arthrose des Großzehengrundgelenk und dem damit einhergehenden Hallux rigidus variiert je nachdem, wie stark die Versteifung vorangeschritten ist und welche Ursachen vorliegen.

Konservative Behandlungsgmethoden

Zu Beginn der Erkrankung können konservative Methoden eine Op verhindern und Schmerzlinderung und Entlastung des Gelenks bewirken. Dafür eignen sich besonders Schuheinlage. Durch die Schiene in der Sohle verstärken sie den Fuß und gewährleisten ein normales Abrollen und mindert die Belastung des Großzehengrundgelenks. 
Wer rechtzeitig reagiert, kann einer kompletten Versteifung vorbeugen.


Hallux rigidus Übungen

 

Neben den Einlagen gibt es aus der Physiotherapie gewisse Übungen, die die Beweglichkeit erhalten sollen. Je früher man damit beginnt, desto besser kann man Versteifungen vorbeugen und Schmerzen entgegenwirken.
Besonders Dehnübungen werden bei Hallux rigidus empfohlen. Es wird dabei nicht, wie möglicherweise vermutet, die Großzehe gedehnt, sondern andere, unter der Fehlbelastung leidende Strukturen des Fußes. Besonders Bänder und Muskeln werden unfreiwillig stark belastet, da viele Menschen als Folge des Hallux rigidus eine Schonhaltung einnehmen. Mit den Dehnübungen werden etwaige Folgeprobleme abgemildert oder sogar komplett vermieden.

Eine leichte Dehnübung für Zuhause:

Lege Deine Hände um den betroffenen Fuß
Dabei berührst Du mit jeweils 4 Fingern jeder Hand die Sohle, die Daumen liegen oben auf dem Fuß auf.
Du drückst Deine Fußseiten runter und streichst mit den Fingern das Fußgewölbe aus. Damit dehnst Du Deine Sehnenplatte. 

Zehenzug 

Umgreife nun Deine Zehen mit beiden Händen und drücke sie so weit wie möglich nach unten, so dass ein leichter Zug am Fußrücken entsteht. Halte diese Position 20 Sekunden. 
Damit dehnst Du Deinen Fußrücken.

Ballroller

Um das Gelenk beweglich zu halten, gibt es einige Mobilisationsübungen. Hierfür benötigst Du lediglich einen Tennisball. Lege den betroffenen Fuß auf den Ball und rolle ihn mit leichtem Druck vor und zurück. Diese Übung kann man sowohl im Sitzen, als auch im Stehen machen. 30 Wiederholungen reichen, um die Sehnenplatte zu dehnen und das Fußgewölbe zu mobilisieren.

Greif' zu

Eine andere, sehr angenehme Übung, ist die Greifübung. Hierfür benötigt man kleine griffige Gegenstände, wie Beeren, Murmeln, oder Ähnliches. Auch Sand eignet sich sehr gut. Man füllt den gewählten Gegenstand in eine Schüssel und greift mit den Zehen danach.


Tipp in der Box:

 

Bei der Greifübung ist darauf zu achten, dass bei Entzündungen keine warmen Gegenstände verwendet werden – kalte Gegenstände haben hingegen einen mildernden Effekt. Eiswürfel oder TK-Erbsen sind in diesem Fall besonders geeignet und dabei wunderbar kühlend.


Hallux rigidus-Op

 

Ist die Arthrose stark vorangeschritten und das Großzehengrundgelenk schon stark versteift, hilft nur noch eine Hallux-rigidus-Operation. Im ersten Fall kann die entstandene mechanische Sperrung durch die Knochen des Gelenks gelöst werden. Dafür werden überschüssige Knochen- und Knorpelteile entfernt und so die Beweglichkeit wiederhergestellt.

Eine andere Variante, die meist angewendet wird, wenn der Patient bereits starke Schmerzen hat, ist die operative stabilisierte Versteifung. In diesem Fall wird das Gelenk in seiner Beweglichkeit nicht wieder hergestellt, sondern kontrolliert ruhig gestellt. Der Patient ist schmerzfrei und nicht weiter eingeschränkt. Auch nach einer Hallux-rigidus-Operation ist man normal beweglich und kann sämtliche Sportarten problemlos ausüben.

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